Trailnews Februar 2023

von | 3. März 2023 | Trailnews

Die Winterpause ist vorbei! Die ersten großen internationalen Rennen finden statt, allen voran der Transgrancanaria und wir träumen beim Zuschauen vom Laufen in kurzer Hose.

Wettkämpfe

Europa

Transgrancanaria, 22.-26.02.2023 (Spanien)

Der Transgrancanaria ist der erste richtig große internationale Trailwettkampf im Jahr. Die Elitedichte ist hoch und es gibt einige Läufer*innen, die jedes Jahr wieder dabei sind, so z.B. Pau Capell. Der Hauptlauf ist der Transgrancanaria Classic (128 km, +7.060 Höhenmeter), aber auch die anderen Distanzen (84 km, 45 km, 24 km, VK) versprechen immer Spannung pur. Es gibt sogar einen Kinder-, Jugend- und Familientrail; hier wird also an alle gedacht, was das Trailfest natürlich noch größer macht. Die Streckenführung wurde dieses Jahr etwas verändert, um sie noch attraktiver zu machen, dabei wurde die bisherige Distanz des Advanced-Laufs von 61,5 km auf immerhin 84 km erhöht. Classic- und Marathon-Lauf sind Teil der Spartan Trail World Championships. Bei den Frauen war die Favoritin Courtney Dauwalter, die das erste Mal einen Ultra in Spanien lief. Sie überließ am Anfang die Führung Claudia Tremps und Jazmine Lowther, lag aber immer ganz knapp dahinter. Auf dem Anstieg Richtung Teror (km 31,6) zog sie dann vorbei und lief im Courtney-Stil weiter, immer lächelnd, die Zuschauer grüßend und baute ihren Vorsprung immer weiter aus, auch im Gesamtklassement kletterte sie PLatz um Platz nach vorne. Platz 1 bei den Frauen und Platz 7 insgesamt! In neuer Bestzeit (14:40:39 h), auch wenn es den alten Streckenrekord offiziell nicht verbesserte, da die Route ja etwas verändert wurde. Aber diese Zeit für die neue Streckenführung wird sicherlich eine ganze Weile Bestand haben. Jazmine Lowther und Claudia Tremps liefen auf Platz 2 und 3. Ein super Ergebnis schaffte mit Platz 4 auch Katharina Hartmuth aus Deutschland. Bei den Männern verlief das Rennen nicht so konstant; eine ganze Weile war es ganz schön dicht an der Spitze mit wechselnden Führungen und Verfolgergruppen. Der spätere Sieger Andreu Simon lief vor dem Checkpoint in Tejeda (km 78) an die Spitze und blieb dort. In Tejeda und auch an der nächsten Verpflegungsstelle in Tunte (km 102) stiegen ein paar der Verfolger aus und die Positionen wurden nochmal neu verteilt. Tyler Green ging dann noch an Raul Butaci vorbei auf Platz 3 und Miguel Arsénio verteidigte souverän Platz 2 mit nur fünf Minuten Rückstand auf Simón.

Weitere interessante Ergebnisse aus deutscher Sicht: Felix Weber lief bei den 84 km auf Platz 12, Eva-Maria Sperger auf Platz 6; bei den 24 km schaffte es Christoph Lauterbach auf Platz 6.

Die kompletten Ergebnislisten aller Läufe findet ihr hier.

Classic (128 km, +7.060 Höhenmeter)

Männer:
1. Andreu Simón (13:39:33 h)
2. Miguel Arsénio (13:44:37 h)
3. Tyler Green (14:06:46 h)

Frauen:
1. Courtney Dauwalter (14:40:39 h)
2. Jazmine Lowther (16:26:41 h)
3. Claudia Tremps (16:33:34 h)

Advanced (84 km, +4.900 Höhenmeter)

Frauen:
1. Azara García de los Salmones (09:45:54 h)
2. Johanna Antila (09:55:48 h)
3. Giulia Vinco (10:20:38 h)

Männer:
1. George Foster (08:29:14 h)
2. Alexander Hutter (08:45:15 h)
3. Tom Joly (08:49:19 h)

Maratón (45 km, +1.900 Höhenmeter)

Männer:
1. Robert Pkemoi (03:25:30 h)
2. Roberto Delorenzi (03:33:20 h)
3. Juho Ylinen (03:34:19 h)

Frauen:
1. Núria Gil (04:08:00 h)
2. Johanna Åström (04:18:11 h)
3. Gemma Arenas (04:21:32 h)

Starter (24 km, +1.800 Höhenmeter)

Frauen:
1. Rea Iseli (02:35:33 h)
2. Mireia Pons (02:40:54 h)
3. Noemie Vachon (02:44:04 h)

Männer:
1. Bart Przedwojewski (02:02:48 h)
2. Alex García (02:02:48 h)
3. Christopher Richards (02:04:50 h)

KV El Gigante (5,5 km, +1.130 Höhenmeter)

Männer:
1. Bart Przedwojewski (00:39:46 h)
2. Yoel de Paz Baeza (00:40:12 h)
3. Henri Aymonod (00:40:47 h)

Frauen:
1. Katarzyna Solińska (00:50:32 h)
2. Marie Dessart (00:51:18 h)
3. Sophie Horrocks (00:57:07 h)

Australien

Tarawera Ultramarathon by UTMB, Neuseeland (11.-12.02.2023)

Nach zweijähriger Pause kehrt der Tarawera Ultramarathon für seine bereits 14. Ausgabe zurück und das unter der Flagge „by UTMB“. Als erstes Event der UTMB World Series 2023 lockt es auch ein paar der internationalen Profis nach Neuseeland und insgesamt so viele Läufer*innen an den Start wie noch nie, über 5.000 gibt der Veranstalter an. Vier Distanzen standen zur Wahl: 21 km (+734 Höhenmeter), 50 km (+1.572 Höhenmeter), 102 km (+3.089 Höhenmeter) und 100 Meilen (+5.470 Höhenmeter), alles laufbare Strecken, wobei der 100 km-Lauf auch gleichzeitig ein Golden Ticket-Lauf für den Western States ist. Auf den 100 Meilen liefen bei den Frauen Lucy Bartholomew und bei den Männern Zach Miller vom Start an vorne weg. Lucy Bartholomew hatte sich erst im Vormonat für den Lauf entschieden, als sie den Startplatz ihres Vaters übernahm. Zach Miller sagte vor dem Rennen, es gehe ihm hauptsächlich um die UTMB-Qualifikation. Die hat er nun sicher. Die Siege auf den 100 km gingen an eine*n neuseeländische*n Läufer*in. Aber die wohl beeindruckendste Leistung schaffte Eileen Odgers: Mit 82 Jahren ist sie ihre erste 50 km-Distanz gelaufen. Ein super Beispiel dafür, nie aufzuhören, neu anzufangen.

Und hier jeweils die Top Drei:

TUMMILER (165 km, +5.470 Höhenmeter)

Frauen:
1. Lucy Bartholomew (17:13:27 h)
2. Kimino Miyazaki (17:54:50 h)
3. Katie Wright (18:19:22 h)

Männer:
1. Zach Miller (14:41:41 h)
2. Hajime Mamba (15:11:30 h)
3. Nicholas Bamford (15:32:57 h)

TUM102 (102 km, +3.089 Höhenmeter)

Männer:
1. Daniel Jones (07:27:55 h)
2. Hayden Hawks (07:42:13 h)
3. Ryan Montgomery (08:11:21 h)

Frauen:
1. Nancy Jiang (09:26:08 h)
2. Stephanie Auston (09:27:29 h)
3. Aroa Sio (09:30:41 h)

BACHCARE TUM50 (51 km, +1.572 Höhenmeter)

Frauen:
1. Allie Mclaughlin (03:43:38 h)
2. Caitlin Fielder (03:47:00 h)
3. Kate Avery (03:54:53 h)

Männer:
1. David Haunschmidt (03:33:04 h)
2. Piotr Babis (03:40:02 h)
3. Charles Hamilton (03:40:47 h)

TUM21 (21 km, +734 Höhenmeter)

Männer:
1. Mike Robinson (01:25:48 h)
2. Liam Dooley (01:26:57 h)
3. Brent Kelly (01:28:14 h)

Frauen:
1. Juliette Soule (01:41:00 h)
2. Sabrina Grogan (01:42:15 h)
3. Katie Evans (01:45:05 h)

Amerika

The Coastal Challenge, Costra Rica (05.-10.02.2023)

Der sechstätige Etappenlauf in Costa Rica zieht immer ein paar Profis an. Dieses Jahr waren Katie Schide, Marianne Hogan, Mathieu Blanchard, Didrik Hermansen, Daniel Jung sowie Sebastian Krogvig dabei und es wurde ganz schön eng auf den vorderen Plätzen. Blanchard gewann die ersten drei Etappen knapp vor Hermansen, der dann aber die letzten drei Etappen vorne lag und vor allem auf der fünften Etappe einen Vorsprung herauslief. 22 Minuten waren es am Ende. Daniel Jung holte sich den dritten Platz. Bei den Frauen kamen Schide und Hogan auf der ersten Etappe gemeinsam ins Ziel, am zweiten Tag gewann Schide und am dritten Tag musste Hogan leider aussteigen, da sie sich den Knöchel verstaucht hatte. Auf jeden Fall ist der Lauf ein starker Kontrast zu den meisten Trails, hier wird bei tropischen Temperaturen entlang der Küste, durch den Regenwald und Dschungel gelaufen, es geht durch Flüsse und unter Wasserfällen hindurch, dabei sind aber trotzdem auch einige Höhenmeter zu absolvieren. Das sind die Etappen:
1. 41 km mit +1.071 Höhenmetern
2. 40 km mit +1.828 Höhenmetern
3. 49 km mit +1.884 Höhenmetern
4. 35.5 km mit +2.434 Höhenmetern
5. 40.6 km mit +1.670 Höhenmetern
6. 35.7 km mit +875 Höhenmetern

In der Summe also 241.8 km mit +9.762 Höhenmetern.

Insgesamt waren 53 Läufer*innen dabei, 40 davon schafften alle sechs Etappen.

So sieht das Ergebnis nach allen Etappen aus:

Frauen
1. Katie Schide (30:30:42 h)
2. Paola Herrera Montero (34:45:00 h)
3. Tomomi Bitoh (35:33:41 h)

Männer
1. Didrik Hermansen (24:26:33 h)
2. Mathieu Blanchard (24:48:27 h)
3. Daniel Jung (27:04:50 h)

Es gibt auch einen Adventure Run, der ebenfalls sechs Etappen, aber „nur“ 155 km umfasst.

Hier findet ihr alle Ergebnisse.

Black Canyon 100K, 18.02.2023 (USA)

Hier haben wir es mit einem weiteren US-amerikanischen Golden Ticket-Lauf zu tun, der auch dem Klischée der US-amerikanischen Ultraläufe entspricht: heiß, wenige Höhenmeter, trockene Wüstentrails und schnelle Zeiten. Das sind die Eckdaten: 100 km, +1.580 Höhenmeter, -2.150 Höhenmeter. Dieses Jahr wurden die schnellen Zeiten mit neuen Streckenrekorden noch getoppt und ein Deutscher hat sich eines der Golden Tickets für den Western States gesichert. Wie genial ist das denn? Aber der Reihe nach… Die Temperaturen waren verträglicher als in den letzten Jahren und an der Spitze lief zunächst Cole Watson, bis Tom Evans die Führung übernahm und diese bei Kilometer 60 an Anthony Costales verlor. Janosch Kowalczyk lief immer enger auf Tom Evans auf und sicherte sich den fantastischen dritten Platz. Alle drei liefen schneller als die 2016 von Sage Canaday aufgestellte Bestzeit (07:52:26 h). Da Tom Evans bereits für den Western States qualifiziert ist, gingen die beiden Golden Tickets an Costales und Kowalczyk, der im Juni also wieder in die USA reisen darf. Herzlichen Glückwunsch! Bei den Frauen war es ähnlich spannend: Zunächst lief Heather Jackson vor Ida Nilsson und Keely Henninger, bei Kilometer 60 liefen sie fast zeitgleich in die Verpflegungsstation. Henninger zog am Ende davon und verbesserte den Streckenrekord von Britanny Peterson (08:48:32 h) um drei Minuten, dicht gefolgt von Heather Jackson, die auch noch unter der bisherigen Bestzeit blieb. Der dritte Platz ging am Ende an Meghan Morgan, für Ida Nilsson wurde es Platz 5. Die Golden Tickets gingen an Henninger und Morgan, da Jackson bereits einen Startplatz beim Western States hat.

Auf Youtube könnt ihr euch dieses 10-minütige Highlight-Video anschauen. Und bei diesem 23-minütigen Gespräch mit den drei schnellsten Männern berichtet Janosch Kowalczyk von seinem Lauf.

Männer
1. Anthony Costales (07:32:50 h)
2. Tom Evans (07:37:40 h)
3. Janosch Kowalczyk (07:40:00 h)

Frauen
1. Keely Henninger (08:45:30 h)
2. Heather Jackson (08:47:59 h)
3. Meghan Morgan (08:53:52 h)

Den 60 km-Lauf (+750 Höhenmeter, -1.450 Höhenmeter) gewannen Joshua Park (04:37:10 h) und Mimmi Kotka (04:55:46 h).

Alle Ergebnisse gibt es hier.

Kurznachrichten

Neuer Frauenrekord auf der Route 040 auf Teneriffa

Nicht weniger als einmal vom Meeresspiegel hoch auf Spaniens höchsten Berg, den 3.718 m hohen Vulkan Teide, das ist die Route 040. Den Frauenrekord für den Auf- und Abstieg vom Strand Socorro hoch zum Gipfel und wieder zurück (53 km mit ca. 4.000 Höhenmeter) hatte bislang Ragna Debats inne (07:01:49 h), die 2021 den Rekord von Emelie Forsberg (07:06:16 h) aus dem Jahr 2017 verbesserte. Nun war die baskische Läuferin Oihana Kortázar noch schneller unterwegs und stoppte ihre Uhr im Ziel bei 06:41:18 h. Dieser Rekord war ihr bereits im Dezember gelungen, allerdings wurde er erst vor ein paar Wochen öffentlich bekannt gegeben. In diesem Youtube-Video (6 min) könnt ihr euch die Zusammenfassung des Laufs anschauen.

Trail Magazin verleiht Titel „deutsche Trailrunner*in des Jahres 2022“

Die Leser*innen des Trail Magazins waren aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben, wer den Titel Trailrunner*in des Jahres 2022 verdient hat. Neben dem Leser*innenvotum wählte auch ein Expert*innenteam und beide Abstimmungen flossen mit je 50 % in das Gesamtergebnis ein, das so lautet:

Frauen
1. Rosanna Buchauer
2. Ida Sophie Hegemann
3. Kim Schreiber

Männer
1. Hannes Namberger
2. Janosch Kowalczyk
3. Alexander Westenberger.

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