Trailnews Januar 2023

von | 5. Februar 2023 | Trailnews

Wer im Januar dem deutschen Winter entfliehen wollte, konnte in der Wüste laufen. Oder in Texas. Oder sich im britischen Winter beim Spine Race einer ganz besonderen Herausforderung stellen. Wer zuhause geblieben ist, hat hoffentlich Freude an der ganz simplen Trainingsroutine gefunden, wie wir.

Wettkämpfe

Amerika

Bandera Endurance Trail Race 100k, USA (14.01.2023)

Bandera ist der erste Lauf im Jahr, bei dem es Golden Tickets für den Western States zu holen gibt. Es sind zwei Runden à 50 km (+ 860 Höhenmeter) zu laufen und dieses Jahr gab es erstmals einen Livestream. https://www.youtube.com/watch?v=ALX7WxUsMlc Jamil Coury’s Firma Aravaipa hat diesen durchgeführt, auch wenn sie die Veranstaltung nicht selbst ausrichten, und – kleines Detail am Rande – haben hierfür das Satelliteninternet Starlink genutzt, da in der Gegend sonst kaum Empfang ist. Gelaufen wie auch nicht von diesem Planeten ist wieder einmal Courtney Dauwalter. Sie lief neuen Streckenrekord der Frauen, schaffte den sechsten Platz der Gesamtwertung und hat sich die Teilnahme am Western States gesichert (Ja, sie versucht dieses Jahr das Double Western States und Hard Rock!). Neben dem 100 km-Rennen gibt es auch eine 50 km- und 25 km-Strecke.

Frauen
1. Courtney Dauwalter (08:59:34 h)
2. Nicole Bitter (10:03:59 h)
3. Careth Arnold (10:13:45 h)

Männer
1. Jeffrey Colt (8:23:51 h)
2. JP Giblin (08:29:08 h)
3. Canyon Woodward (08:35:25 h)

Hier gibt es alle Ergebnisse.

Europa

Spine Race, Großbritannien (14.-22.01.2023)

268 Meilen (431 km) nonstop auf dem Weitwanderweg Pennine Highway durch den britischen Winter. Zurecht schreibt der Veranstalter, dass dieser Lauf einer der weltweit härtesten sei. Die Bedingungen waren dieses Jahr besonders herausfordernd: Schneestürme, starker Wind, besonders kalte Nächte. Die Läufer*innen sind „unsupported“ unterwegs, müssen also ihre komplette Ausrüstung, auch das Essen, selbst transportieren. Hinzu kommt auch, dass die Strecke nicht extra für den Lauf markiert ist. Neben der 268 Meilen-Strecke gibt es noch fünf weitere Läufe, wobei zwei davon nur Mitgliedern der Bergrettungen von England und Wales offen stehen. Im Hauptrennen, dem Spine Race, kämpften bei den Männern Damian Hall und Jack Scott um Platz 1, bis Scott in der letzten Nacht wegen eines Navigationsfehlers 48 Minuten Zeitstrafe erhielt. Sieben Minuten bekam er dann für das Helfen eines in Not geratenen Läufers wieder gut geschrieben. Hall und Scott liefen gemeinsam über die Ziellinie und blieben beide unter der bislang schnellsten Zeit von John Kelly. Den Streckenrekord behält weiterhin Jasmin Paris mit 83:12:23 h. Bei den Frauen gewann Claire Bannwart aus Frankreich. 81 Finisher gab es am Ende.

Spine Race (431 km, + 10.732 Hm)

Männer:
1. Damian Hall (84:36:24 h)
2. Jack Scott (85:16:24 h)
3. Joe O’Leary (96:50:53 h)

Frauen:
1. Claire Bannwarth (97:39:58 h)
2. Hannah Rickman (121:23:52 h)
3. Edwina Sutton (125:56:43 h)

Spine Sprint (74 km, + 2.017 Hm)

Frauen:
1. Louise Venables (11:39:21 h)
2. Kim Kennedy (12:47:34 h)
3. Julie Taylor (13:47:52 h)

Männer:
1. Jon Shield (08:10:22 h)
2. Hamish Waring (09:06:14 h)
3. Andrew Morley (09:39:53 h)

Spine Challenger North (258 km, + 5.290 Hm)

Frauen:
1. Irene Kinnegim (72:16:52 h)
2. Fiona Lynch (75:59:52 h)
3. Jo Wallace (78:05:59 h)

Männer:
1. Tim Bradley (61:13:59 h)
1. G Brian Hutchinson (61:13:59 h)
3. John Murray (72:16:52 h)

Spine Challenger South (174 km, + 5.451 Hm)

Frauen:
1. Sarah Hodgson (33:26:44 h)
2. Alice Kershaw (37:40:50 h)
3. Catherine Hill (48:07:45 h)

Männer:
1. Rory Harris (26:25:30 h)
2. Joshua Lee (30:28:36 h)
3. Rupert Lee (30:28:36 h)

Zu den Ergebnissen geht es hier.
Auf dem Youtube-Kanal der Veranstaltung  gibt es von jedem Tag eine Zusammenfassung.

Asien

Oman Desert Marathon, Oman (21.-24.01.2023)

Vier Tage und 165 km durch die Wüste geht es bei diesem Event, dabei sind die Etappen in 47 km, 55 km, 42 km und 21 km aufgeteilt. 42 Läufer*innen gingen an den Start, 37 finishten den gesamten Lauf. Bei den Männern dominierte das Brüderduo El Morabity aus Marokko, das man vom Marathon des Sables kennt, wo bislang immer Rashid, der ältere der beiden, die Nase vorn hatte. Im Oman war allerdings Mohammed der Schnellere und gewann sogar alle vier Etappen. Bei den Frauen gewann Corina Sommer aus der Schweiz.

Männer
1. Mohammed El Morabity (14:13:15 h)
2. Rashid El Morabity (14:41:23 h)
3. Saleh Alsaidi (15:31:30 h)

Frauen
1. Corina Sommer (19:39:28 h)
2. Aziza El Amrany (19:46:10 h)
3. Aziza Raji (20:28:07 h)

Die Ergebnisliste gibt es hier.

Kurznachrichten

Gründung der Pro Trail Runners Association

Professionelle Trailläufer*innen schließen sich zusammen als internationale Non-Profit-Organisation, um gemeinsam mit einer starken Stimme sprechen zu können. 120 Mitglieder zählt diese im Dezember gegründete Vereinigung, deren Vorstandsmitglieder für die nächsten zwei Jahre Pau Capell, Francesco Puppi, Pascal Egli, Kaytlyn Gerbin, Corrine Malcom, Frédéric Tranchand und Eszter Csillag sind. In Zeiten, in denen der Sport zusehends wächst und mehr Geld ins Spiel kommt, haben die Profis nun eine Interessenvertretung, die laut Website die Umwelt, den Sport und die Werte des Trailrunning schützen möchte und sich für die Rechte der Sportler*innen einsetzt. Kilian Jornet hatte übrigens hierzu eingeladen. Mitglied werden darf, wer in den Top 30 einer der ITRA/UTMB/WMRA/Skyrunning/GTWS-Wertungen gelistet ist oder es in den vergangenen drei Jahren war und/oder wer im aktuellen Jahr für Trailrunning unter Vertrag ist und dafür Geld erhält. In verschiedenen Arbeitsgruppen wird an Projekten gearbeitet. Wir dürfen gespannt sein, was hieraus alles entsteht. Eine tolle Initiative auf jeden Fall, schaut mal rein: https://trailrunners.run/.

Die Spartan Trail World Championships 2023

Nachdem die anderen Rennserien ihre Kalender bereits veröffentlicht hatten, stehen nun auch die Wettkämpfe für die Spartan Trail World Championships fest, die in die dritte Saison startet. Los geht es mit dem Transgrancanaria und in Europa gehören darüber hinaus das Maxi Race Annecy, der Fjällmarathon in Schweden und der Ultra Pirineu dazu. Auf der Website findet ihr den kompletten Kalender und alle Infos.

UltraRunner of the Year und Trail Runner of the Year

Das UltraRunning Magazine aus den USA vergibt seit 1981 den Titel UltraRunner of the Year (UROY) an Läufer*innen, die in Nordamerika wohnen oder aus den USA, Kanada oder Mexiko stammen. Ein Gremium aus ca. 40 Personen wählt und die Titel 2022 gingen an Courtney Dauwalter und Adam Peterman. Auf dem zweiten Platz landeten Camille Herron und Jim Walmsley, auf dem dritten Platz Dakota Jones und Marianne Hogan.
Erstmalig hat Freetrail zu einer Abstimmung für den Trail Runner of the Year (TROY) aufgerufen. Im Unterschied zum UROY werden hier alle Distanzen und Nationalitäten berücksichtigt, auch durfte jede*r, der wollte, online die persönliche Top 10-Liste abgeben, auch wenn sicherlich der Großteil der Stimmen aus den USA kam. Auf die Plätze eins, zwei und drei wurden Courtney Dauwalter und Kilian Jornet, Katie Schide und Adam Peterman sowie Allie McLaughlin und Jim Walmsley gewählt.

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