Trailnews Juli 2022

von | 1. August 2022 | Trailnews

Es ist Hochsommer und das bedeutet, es ist die Zeit der alpinen (Ultra-)Trails. Und dann war da ja noch eine Europameisterschaft. Und der Hardrock 100! Bei all den spannenden Wettkämpfen muss man aufpassen, dass man das eigene Training nicht verpasst…

Wettkämpfe

Europa

Trail- und Berglauf-Europameisterschaft, 01.-03.07.22 (Spanien)

La Palma war Austragungsort dieser ersten European Athletics Off-Road Running Championships, bei denen es die folgenden Europameister*innen-Titel zu gewinnen gab: Uphill (8,85 km, +997 Höhenmeter), Up&Down (17,6 km, +858 Höhenmeter), Trail (46,86 km, +2.557 Höhenmeter) sowie Uphill U20 (5,29 km, +788 Höhenmeter) und Up&Down U20 (5,4 km, +309 Höhenmeter). Die EM fand im Rahmen der Veranstaltung Reventón El Paso Fred.Olsen Express statt. Im Vergleich zu den großen Trailrennen, die derzeit stattfinden, rutschte sie fast etwas in den Hintergrund, aber ein paar der bekannten Läufer*innen fanden sich doch auf La Palma ein. Die Schweizerin Maude Mathys gewann den Uphill und den Up&Down, die Französin Blandine L’Hirondel den Trail. Bei den Männern gewann der Italiener Cesare Maestri den Uphill, der Franzose Sylvain Cachard den Up&Down und der Belgier Maximilien Drion du Chapois den Trail. In der Nationenwertung lag Italien vor Frankreich und der Schweiz. Lukas Ehrle aus dem Schwarzwald darf sich nun Europameister in der Kategorie Uphill U20 nennen. Herzlichen Glückwunsch! Die anderen deutschen Läufer*innen waren:
Beim Uphill: Domenika Mayer auf Platz 6, Lisa Oed auf Platz 12, Esther Jacobitz auf Platz 30 und Maximilian Zeus auf Platz 8.
Beim Up&Down:Maximilian Zeus auf Platz 15 und Annika Seefeld auf Platz 32.
Beim Trail: Anna Hahner auf Platz 23, Marcel Höche auf Platz 22.

Anna Hahner hat übrigens einen sehr schönen Facebook-Post über ihre Erfahrung bei diesem Wettkampf, der nicht so lief wie erhofft, geschrieben.

Hier findet ihr alle Ergebnisse.

Und Impressionen gibt es in diesem Video.

Val d’Aran by UTMB, 07.-10.22 (Spanien)

Das war die zweite Auflage dieses Events und mit Einführung der UTMB World Series ist es als eines der weltweit drei Major-Events klassifiziert, was bedeutet, dass hier das europäische Finale in den Kategorien 50K, 100K und 100M ausgetragen wird. Alle Finisher erhalten doppelt so viele Running Stones wie in den „normalen“ World Series Events und hier qualifizieren sich nicht nur die Top Drei, sondern gleich die Top Zehn der Damen- und Herrenwertung für das UTMB World Series Finale 2023 in Chamonix. Neben den vier Hauptläufen gibt es noch ein Rennen für die freiwilligen Helfer*innen und eines für die Altersgruppe 16 bis 20 Jahre. Hier sind die jeweils Erstplatzierten der vier Hauptläufe, für die kompletten Ergebnisse, schaut hier nach.

Torn dera Val d’Aran – VDA (161 km, +10.200 Höhenmeter):
Germain Grangier (23:24:54 h)
Amandine Ginouvès (30:17:22 h)

Camins d’Hèr – CDH (105 km, +6.100 Höhenmeter):
Andreu Simon Aymerich (11:48:45 h)
Katie Schide (13:06:34 h)

Peades d’Aigua – PDA (55 km, +3.300 Höhenmeter):
Yanqiao Yun (05:37:38 h)
Maite Maiora Elizondo (06:55:16 h)

SKY Baqueira Beret (15 km, +800 Höhenmeter):
Roger Comellas (01:18:03 h)
Gisela Carrión (01:26:41 h)

Trail Verbier St-Bernard by UTMB, 08.-10.07.22 (Schweiz)

Traumwetter und Traumstrecken. Schaut euch dieses fast 5-minütige Best-of-Video an, dann wisst ihr, was ich meine. Das war bereits die 13. Ausgabe und vielleicht sollten wir uns demnächst in Martigny einfach mal links halten und hoch nach Verbier fahren statt über den Col de la Forclaz nach Chamonix? Von 26 km über zwei Marathonvarianten und 76 km bis zu einer richtig langen Ultrastrecke mit 140 km sollte hier jeder fündig werden. Dieses Jahr waren die Schnellsten:

Verbier X-Plore (26 km, +1.700 Höhenmeter):
Carl Maugain (02:41:41 h)
Lindy-Lee Folscher (03:15:12 h)

Verbier Marathon (44 km, +3.600 Höhenmeter):
Thomas Souverain (07:18:45 h)
Florence Ballet (08:39:01 h)

Verbier Marathon (44 km, +4.400 Höhenmeter):
Jiasheng Shen (05:34:39 h)
Lucile Ochs (06:41:56 h)

X-Traversée (76 km, +5.300 Höhenmeter):
Martin Lustenberger (09:19:50 h)
Manon Bohard Cailler (10:17:35 h)

X-Alpine (140 km, +9.300 Höhenmeter):
Antoine Bouchet (21:23:11 h)
Emily Vaudan (24:24:33 h)

Hier gibt es alle Ergebnisse.

Eiger Ultra Trail by UTMB, 13.-17.07.22 (Schweiz)

Der Eiger Ultra Trail gehört seit Jahren zu den großen Events im deutschsprachigen Raum, keine Frage. Seit diesem Jahr ist die Veranstaltung Teil der UTMB World Series. Aus Anlass der zehnten Jubiläumsausgabe wurde dieses Jahr eine neue Strecke angeboten: 250 km mit 17.200 positiven Höhenmetern, zu absolvieren im Zweier- oder Dreier-Team oder als Vierer-Staffel. Ob diese Strecke nun dauerhaft aufgenommen wird, ist noch nicht klar. Klar ist aber ein neuer Rekord auf der E101-Strecke: Shen Jiasheng aus China lief gleich mal 16 Minuten schneller als der bisherige Rekord bei 10:44:38 h über die Ziellinie. Ein drei-minütiges Best-of der Liveübertragung gibt es schon zu sehen. 

Das sind die Erstplatzierten:

E250 UNESCO Jungfrau-Aletsch Trail (250 km, +17.200 Höhenmeter):
Florian Grasel & Tom Wagner (50:47:47 h)
Esther Fellhofer, Maximilian Kopf, Friedrich Putz (55:49:35 h)

E101 Ultra Trail (101 km, +6.700 Höhenmeter):
Shen Jiasheng (10:44:38 h)
Katharina Hartmuth (13:37:20 h)

E51 Panorama Trail (51 km, +3.100 Höhenmeter):
Anthony Felber (4:58:25 h)
Rosanna Buchauer (5:43:46 h)

E51 Panorama Trail Couples (51 km, +3.100 Höhenmeter):
Franziska & Thomas Kupper (7:04:25 h)

E35 Nordwand Trail (35 km, +2.500 Höhenmeter):
Mohamed Elmorabity (3:43:49 h)
Déborah Chiarello (4:14:37 h)

E16 Genuss Trail (16 km, +960 Höhenmeter):
Philipp Stuckhardt (1:15:51 h)
Julia Peter (1:35:32 h)

Wer alle Ergebnisse anschauen will, findet diese hier.

Zugspitz Ultratrail, 16./17.07.22 (Deutschland)

„Hochspannung und extrem schnelle Zeiten auf den kurzen Distanzen, Überraschung bei den Ultraläufern, internationales Podium, Livestream von der Strecke und eine Festival-Stimmung in Garmisch-Partenkirchen bei bestem Wetter – das 10 jährige Jubiläum des Salomon Zugspitz Ultratrail powered by Ledlenser wurde zum großen Fest für alle Trailrunning Fans.“ So beschreibt der Veranstalter das Event auf der Website.  Dass der ZUT sicherlich der Ultratrail Deutschlands ist, der international am bekanntesten und beliebtesten ist, beweist die Tatsache, dass Läufer*innen aus 56 Ländern dabei waren. Insgesamt gingen über 3.000 Läufer*innen an den Start und feierten diese zehnte Auflage, nachdem die Veranstaltung in den letzten beiden Jahren pandemiebedingt nicht stattfinden konnte. Im Rahmen des Supertrail XL fand die Deutsche Ultramarathonmeisterschaft im Ultratrail statt und Deutsche Meister wurden Anna Hahner auf ihrem ersten Ultralauf und Markus Mingo.

Ultratrail (108 km, +5.120 Höhenmeter)
Thomas Ungethüm (13:16:45 h)
Lada Štalzerová (15:20:16 h)

Supertrail XL (82 km, +3.680 Höhenmeter)
Remigio Huaman Quispe (08:31:14 h)
Anna Hahner (09:59:07 h)

Supertrail (68 km, +2.800 Höhenmeter)
Petter Engdahl (06:01:41 h)
Lisa Mehl (08:31:00 h)

Basetrail XL (50 km, +1.660 Höhenmeter)
Robbie Simpson (03:47:53 h)
Toni Mccann (04:21:37 h)

Basetrail (24 km, +610 Höhenmeter)
Thomas Roach (01:24:10 h)
Charlotte Moerman (01:47:23 h)

Hier geht’s zu den kompletten Ergebnissen.

Foto: KF-20220716-Salomon-Zugspitz-Ultratrail-539
Foto: ZUT2022@AndiFrank_4353

DoloMyths Run, 15.-17.07.22 (Italien)

Im Zentrum dieses Events steht das Skyrace, das bereits zum 24. Mal stattfand. Dieses Jahr gehört es zur Golden Trail National Series Italien, es war aber auch schon Teil der Golden Trail World Series. Vom Start- und Zielort Canazei (1.450 Meter) in den Dolomiten geht es direkt hoch auf den Piz Boè (3.152 Meter) über die beeindruckende Pordoischarte, das sind 1.750 Höhenmeter am Stück! Danach geht es fast ausschließlich wieder runter, 22 km kommen dabei insgesamt zusammen. Ein irres Profil. Zwei Minuten Impressionen gibt es in diesem Video.

Frauen:
1. Martina Valmassoi (02:39:01 h)
2. Stephanie Kröll (02:42:21 h)
3. Cecili Basso (02:42:23 h)

Männer:
1. Davide Magnini (02:00:39 h)
2. Petro Mamu (02:00:58 h)
3. Stian Angermund (02:02:29 h)

Neben dem Skyrace gibt es auch einen Vertical Kilometer, einen Half Trail (28 km, +1.624 Höhenmeter) und Ultra Trail (59 km, +3.580 Höhenmeter). Alle Infos sowie die Ergebnisse findet ihr auf der Website.

Großglockner Ultra-Trail, 28.-31.07.22 (Österreich)

Die Bedingungen waren mit Regen und Wind hart und machten diesen eh schon technisch schwierigen Wettkampf (laut Veranstalter der „anspruchsvollste Trail-Wettkampf der Ostalpen“) zu einer echten Herausforderung. Nach den coronabedingten reduzierten Startkapazitäten im letzten Jahr wurden dieses Jahr wieder 1.500 Startplätze angeboten. 1.412 Läufer*innen aus 41 Ländern waren bei den insgesamt fünf Wettkämpfen im Nationalpark Hohe Tauern dabei. Beim GGUT 110 umrundet man einmal den Großglockner, Österreichs höchsten Berg. 2021 wurde die Laufrichtung geändert und auch in diesem Jahr wurde gegen den Uhrzeigersinn gelaufen, mit Ausnahme des Weissee Gletscherwelt Trails. Den GGUT kann man übrigens auch als Zweier-Staffel laufen. Das Wetter trübte die Stimmung natürlich nicht, wie man sich im Live-Streaming überzeugen konnte, das ziemlich professionell aufgezogen war. Ein tolles Event, dieser siebte GGUT!

Die Schnellsten waren:

Großglockner Ultra-Trail – GGUT (110 km, +6.500 Höhenmeter)
Alexander Westenberger (14:35:06)
Basilia Förster (20:09:23 h)

Osttirol Trail – OTT 80 (84 km, +5.000 Höhenmeter)
Jordi Gamito (09:50:07 h)
Marie-Luise Mühlhuber (11:46:12 h)

Großglockner Trail – GGT 55 (57 km, +3.500 Höhenmeter)
Konstantinos Paradeisopoulos (05:35:29 h)
Iryna Glushauskaite (07:45:09 h)

Weissee Gletscherwelt Trail – GWT 35 (37 km, + 1.500 Höhenmeter)
Josef Grundbichler (03:55:07 h)
Andrea Zogsberger (04:53.53 h)

Zu den kompletten Ergebnissen geht es hier.

Foto: GGUT22_GGUT110_(c)PhilippReiter_3
Foto: wisthaler.com_22_07_ggut02__HW99946

Amerika

Hardrock 100, 15.07.22 (USA)

100 Meilen durch wildes Terrain im San Juan-Gebirge im Südwesten Colorados mit Pässen über 4.000 Meter, insgesamt 10.070 positive Höhenmeter, wenig Begegnungen mit der Zivilisation, dafür vielleicht mit wilden Tieren und statt einer Ziellinie ein Kuss des Hardrock-Steins, das ist der Hardrock 100. Seit 1992 gibt es diesen Lauf, der einen Rundkurs mit Start und Ziel in Silverton darstellt. Es wird jährlich abwechselnd im und gegen den Uhrzeigersinn gelaufen. Wer dabei sein will, muss Glück bei der Auslosung haben, auch die Profis müssen durch das Losverfahren, nur die und der Erstplatzierte haben ihren Startplatz im nächsten Jahr sicher. Dieses Jahr versprach der Hardrock, ein spannender Wettkampf zu werden, denn Kilian Jornet und François d’Haene waren dabei, auch Dakota Jones, Daniel Jung und John Kelly. Bei den Frauen war Courtney Dauwalter die Favoritin. Sie hatte den Hardrock 100 zuvor noch nicht gefinisht, musste im letzten Jahr abbrechen und sagte vor dem Lauf, sie wolle dieses Jahr unbedingt bis zurück nach Silverton kommen. Auch dabei waren Darcy Piceu, die bereits acht Mal dabei war und nie unter dem zweiten Platz ankam und Stephanie Case, die sich vor allem auf den ganz langen Strecken wohlfühlt (Tor des Géants, Tor des Glaciers etc.). Kilian und François liefen bis Meil 93 quasi zusammen und schienen Spaß zu haben, Dakota Jones war anfangs auch dabei, setzte sich dann sogar deutlich ab, wurde aber von beiden wieder überholt. Am Ende zog Kilian davon, gewann zum sechsten Mal und stellte einen neuen Gesamt- und Im-Uhrzeiger-Streckenrekord auf. Bei den Frauen lief Courtney vorneweg und lief und lief… und stellte wie Kilian zwei neue Rekorde auf. Sie landete auf Platz sechs der Gesamtwertung. Wie macht sie das nur? Dass sowohl Kilian als auch Courtney dabei so bescheiden sind, betonen, dass sie vor allem wegen der Community dabei seien, macht sie so unglaublich sympathisch und zu Menschen, die den Trailsport nicht nur wegen ihrer Leistung, sondern wegen ihrer Persönlichkeit bereichern.

Frauen:
1. Courtney Dauwalter (26:44:36 h)
2. Stephanie Case (33:52:40 h)
3. Hannah Green (34:26:39 h)

Männer:
1. Kilian Jornet (21:36:24 h)
2. François D’Haene (21:51:19 h)
3. Dakota Jones (23:06:17 h)

Hier findet ihr alle Ergebnisse.
Hier findet ihr Pre- und Post-Race-Interviews mit den Favorit*innen.

Kurznachrichten

Wer sind eigentlich diese Trailrunner*innen? ITRA veröffenlticht Ergebnisse zu internationaler Umfrage

Ca. 9.500 Läufer*innen aus 104 Länder haben bei der Umfrage der International Trail Running Association (ITRA) mitgemacht und Fragen zu ganz diversen Aspekten rund ums Trailrunning beantwortet: z.B. Trainingsgewohnheiten, Ausrüstungspräferenzen, Wettkampfteilnahmen, Verletzungen und Reiseverhalten. Manche Ergebnisse sind wenig überraschend, andere wiederum hätte ich so nicht erwartet. 57,5 % antworten, gar kein Lauftraining auf der Straße zu absolvieren. Und während 49 % auch ins Ausland zu Wettkämpfen reisen, bleiben 51 % im eigenen Land. Schaut euch hier die Zusammenfassung der Ergebnisse an.

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