Trailnews Juni 2022

von | 5. Juli 2022 | Trailnews

Ein Highlight jagt das nächste. Wie viele Livestreams und Livetrackings kann man eigentlich gleichzeitig verfolgen? Da kommt man sogar zuhause schon ins Schwitzen.

Wettkämpfe

Europa

Trail du Saint-Jacques by UTMB, 10.-11.06.2022 (Frankreich)

Als Teil der UTMB World Series bekam dieses Event einen neuen Namen und andere Strecken. 2012 wurde es als Grand Trail du Saint-Jacques mit Start im Pilgerort Le Puy-en-Velay schon ins Leben gerufen und konnte mit Trails auf Strecken des Jakobwegs locken. 2022 reiht es sich nun in die UTMB World Series ein und bietet als Distanzen 123 km (5.500 Höhenmeter), 72 km (3.000 Höhenmeter), 43 km (1.450 Höhenmeter) und 17 km (400 Höhenmeter) an. Die drei Bestplatzierten qualifizieren sich direkt für den UTMB 2023. Die ganz großen Namen waren hier nicht vertreten, Dylan Bowman entschied kurzfristig, nicht zu starten. Das soll aber in keinem Fall die Leistung der Teilnehmer*innen kleinreden. Die Erstplatzierten sind:

Ultra, 123 km:
Aubin Ferarri und Samir Tazi (beide 13:04:15 h); Adele Hadjali (18:35:29 h)

Grand Trail du Saint-Jacques, 72 km:
Clement Helier (07:22:19 h); Inês Marques (08:14:09 h)

Maratrail, 43 km:
Aymeric Damour (03:16:36 h); Celine Coves Chatard (04:34:06 h)

Les Chibottes, 17 km:
Alexandre Malartre (01:09:49 h); Kate Avery (01:17:39 h)

Alle Ergebnisse gibt es hier, Infos über die Veranstaltung hier: https://www.trailsaintjacques.com.

Mozart 100 by UTMB, 18.06.2022 (Österreich)

Und noch ein Event aus der UTMB World Series. Der Mozart 100 ist sicherlich einigen noch aus der früheren Ultra-Trail World Tour ein Begriff, in dessen Rahmen es bereits Topläufer*innen anzog. Aber auch die Strecke an sich mit Start und Ziel im Zentrum Salzburgs und vorbei an den malerischen Seen hatte natürlich schon immer ihren Reiz. Sie ist mit 5.000 Höhenmetern angereichert, aber nicht technisch. Einige bekannte Namen fanden sich dieses Jahr auf der Startliste, u.a. Hannes Namberger, der aufgrund einer wegen Covid-Erkrankung angepassten Vorbereitung dann aber lieber beim Lavaredo Ultra Trail eine Woche später starten wollte. Am Ende gab es sogar einen neuen Streckenrekord: Der Deutsche Janosch Kowalczyk stellte eine neue Bestzeit auf. Alle drei erstplatzierten Männer blieben unter 10 Stunden.

Männer:
1. Janosch Kowalczyk, 09:36:09 h
2. Andreu Simon Aymerich, 09:44:59 h
3. Benedikt Hoffmann, 09:53:51 h

Frauen:
1. Azara García, 12:00:28 h
2. Teresa Nimes, 12:46:47 h
3. Jenny Josefsson, 13:28:48 h

Die kompletten Ergebnisse, auch der anderen Distanzen, findet ihr hier, alle Infos zum Lauf hier: https://www.mozart100.com.

Lavaredo Ultra Trail by UTMB, 23.-26.06.22 (Italien)

Hier haben wir es mit einem weiteren Event zu tun, das zur früheren Ultra-Trail World Tour gehörte. 2021 war es Teil der Spartan Trail World Championship, um jetzt Teil der UTMB World Series zu sein. Die Veranstaltung exisitiert schon seit 2007 und lockt mit vier verschiedenen Strecken durch die Dolomiten. Am bekanntesten davon ist sicherlich der Lavaredo Ultra Trail mit 120 km und 5.800 Höhenmetern, Start und Ziel sind in Cortina d’Ampezzo. 1.476 Läufer*innen gingen hier an den Start. Der Schnellste davon war Hannes Namberger, der seinen Streckenrekord aus dem letzten Jahr sogar noch verbesserte und erstmals eine Zeit unter 12 Stunden aufstellte.

Männer
1. Hannes Namberger, 11:56:28 h
2. Gian Marchet Schicktanz, 12:07:02 h
3. Jiasheng Shen, 12:28:47 h

Frauen
1. Mimmi Kotka, 14:51:25 h
2. Katarzyna Solińska, 15:11:24 h
3. Esther Fellhofer, 16:01:22 h

Zu den Ergebnissen aller Distanzen kommt ihr hier, zur Website des Events hier: https://ultratrail.it.

Mont-Blanc Marathon, 24.-26.06.22 (Frankreich)

Das zweite Rennen der Golden Trail Series stand in Chamonix an. Das Event umfasst insgesamt acht Läufe und wenn ihr mehr über die Veranstaltung und die drei Wettkampftage erfahren wollt, lest gerne unseren ausführlichen Bericht darüber. Für den Marathon wurde dieses Jahr eine neue Streckenführung auf den letzten Kilometern gewählt, statt einer Bergankunft in Planpraz ging es die letzten Kilometer bergab zurück nach Chamonix. Die Gewinner von Zegama, Kilian Jornet und Nienke Brinkmann, waren nicht dabei, auch Maude Mathys reiste nicht nach Chamonix. Bei den Frauen setzte sich die Drittplatzierte aus Zegama, Sara Alonso, im Downhill Richtung Vallorcine ab und lief ab dann vorneweg. Bei den Männern lief Jonathan Albon am Anstieg hinter dem Col des Montets einen Vorspung heraus und gab diesen auch nicht mehr ab. Beide sind bei dem letzten Abstieg nach Chamonix gestürzt, kamen aber mit dem Schrecken davon und stellten diese Referenzzeiten für die neue Strecke auf:

Frauen
1. Sara Alonso, 04:14:49 h
2. Caitlin Fielder, 04:20:21 h
3. Dani Moreno, 04:21:52 h

Männer
1. Jonathan Albon, 03:35:20 h
2. Davide Magnini, 03:39:41 h
3. Ruy Ueda, 03:40:42 h

Die komplette Ergebnisliste gibt es hier.
Und mehr Infos über den Mont-Blanc Marathon auf der Website: https://www.marathonmontblanc.fr und in unserem Bericht.

SachsenTrail, 24.-26.06. (Deutschland)

Der SachsenTrail hat sich mittlerweile fest im deutschen Trailrunningkalender etabliert. Das war bereits die neunte Auflage. Ca. 1.500 Teilnehmer*innen waren dieses Jahr auf den insgesamt fünf Distanzen plus Bambini, Teen und Kids Trails unterwegs. Auf der Website schreibt der Veranstalter, dass sich die Corona-bedingte Erweiterung auf drei Wettkampftage statt ursprünglich mal einem Tag bewährt hat, da dadurch ein echter Festival-Charakter entsteht. Wir selbst waren hier noch nicht dabei, aber das werden wir ändern. Die Video-Zusammenfassung vermittelt auf jeden Fall gute Stimmung. Die Anmeldung für 2023 ist bereits geöffnet und die Preise sind mehr als fair. Schaut mal rein: https://www.sachsentrail.de.

Wir führen hier die jeweils Erstplatzierten auf, alle Ergebnisse findet ihr hier.

UpHill Prolog (2,5 km, 250 Höhenmeter)
Holger Zander (00:19:32 h); Nicole Keßler (00:22:01 h)

FunTrail (10,5 km, 300 Höhenmeter)
Philippe Hahn (00:48:14 h); Susan Flegel (00:59:00 h)

QuarterTrail (20 km, 530 Höhenmeter)
Fabian Gering (01:24:52 h); Paula Charlotte Karitzky (01:52:57 h)

HalfTrail (35,5 km, 980 Höhenmeter)
Sebastian Schmidt (03:09:10 h); Franziska Kranich (03:09:34 h)

UltraRun (74,5 km, 2.120 Höhenmeter)
Marco Möhler (07:02:53 h); Antonia Müller (08:15:22 h)

Trail 100 Andorra by UTMB, 24.-26.06. (Andorra)

Der Trail 100 Andorra fand letztes Jahr zum ersten Mal statt und löste den Andorra Ultra Trail ab, der sich mit Läufen wie der Ronda del Cims bekannt gemacht hatte. Bereits im letzten Jahr von Ironman übernommen, wundert es nicht, dass die Veranstaltung sich nun in die UTMB World Series einreiht. Vier Distanzen werden angeboten, 7,5 km, 21 km, 50 km und 105 km, Start und Ziel sind jeweils in Ordino. Die Strecken weisen ordentlich Höhenmeter auf, auf der Ultra-Distanz sind 6.900 Höhenmeter zu bewältigen und es geht auf einer insgesamt technisch anspruchsvollen Route auch über den höchsten Berg Andorras, den Pico del Comapedrosa mit 2.942 Metern. Die schnellste Frau auf der Ultrastrecke war Ildikó Wermescher, die im April bereits die 128 km beim Istria 100 gewonnen hat. Mit 56 Jahren zeigt sie, was alles möglich ist, beeindruckend! Gefreut haben wir uns auch für den Gesamtschnellsten Zach Miller, der seit seinem Abbruch beim UTMB 2019 und verletzungsgeprägten Jahren das erste Mal wieder einen Ultralauf angegangen ist.

Frauen:
1. Ildikó Wermscher, 19:18:11 h
2. M. Silvina Pérez, 19:43:48 h
3. Basilia Förster, 20:20:49 h

Männer:
1. Zach Miller, 14:20:25 h
2. Sebastian Krogvig, 14:36:43 h
3. Ionel Cristian Manole, 15:07:56 h

Alle Ergebnisse findet ihr hier, mehr Infos über das Event hier: https://www.trail100andorra.com.

Amerika

Western States Endurance Run, 25.06.22 (USA)

Dass der Western States ein Lauf der Superlative ist, beweisen nicht nur die 31 Stunden Live-Übertragung, die dieses Jahr zum zweiten Mal von Corrine Malcolm und Dylan Bowman präsentiert wurden und die das Livestreaming auf ein neues Level heben. Es ist der Superbowl des Trailrunnings in den USA und auch international einer der Läufe mit der größten Anziehungskraft, der nun übrigens auch Teil der UTMB World Series ist. Dieses Jahr war es wieder heiß und heiß umkämpft waren auch die Podestplätze. Es war ein schneller Western States, auch ohne Jim Walmsley, der bereits in Frankreich trainiert mit klarem Fokus auf den UTMB. Die ersten elf Männer sind unter 17 Stunden gelaufen, die ersten vier unter 16 Stunden und zwischen Dritt- und Viertplatziertem war weniger als eine Minute Unterschied. Gewinner ist am Ende der US-Amerikaner Adam Peterman, der erst 26 Jahre alt ist, im letzten Jahr seinen ersten Ultratrail lief und nun das erste Mal die 100 Meilen in Angriff nahm. Bei den Frauen gewann die Neuseeländerin Ruth Croft nach ihrem zweitem Platz 2021. Sie lief die drittbeste jemals gelaufene Zeit der Damenwertung. Elf Frauen sind unter 20 Stunden geblieben und in die Top Ten liefen auch Luzia Bühler aus der Schweiz (Platz 4) und Camille Bruyas aus Frankreich (Platz 10).

Hier findet ihr alle Ergebnisse.

Und auf dem Youtube-Kanal des Western States  die Liveübertragung sowie Pre-Race Interviews uns mehr.

Männer:
1. Adam Peterman (15:13:48 h)
2. Hayden Hawks (15:47:27 h)
3. Arlen Glick (15:56:17 h)

Frauen:
1. Ruth Croft (17:21:30 h)
2. Ailsa Macdonald (17:46:46 h)
3. Marianne Hogan (18:05:48 h)

Kurznachrichten

FKT auf dem GR20 in Korsika von Anne-Lise Rousset

Seit 2012 hatte die Fastest Known Time von Emilie Lecomte auf dem GR20 Bestand, der Korsika auf 171 km und 12.200 Höhenmetern durchquert (Das sind die Strava-Daten von Anne-Lise Rousset, auf der FKT-Website sind 160 km eingetragen, es finden sich aber auch Angaben über 180 km für den GR 20). Am 14. Juni 2022 stellte Anne-Lise Rousset nun eine neue Bestzeit auf: 35:50:40 h und damit über fünf Stunden schneller. Wer fünf Minuten Zeit hat, sollte sich die Zusammenfassung auf Youtube  anschauen. Das macht definitiv Lust auf eine Trailrunning-Reise auf die französische Mittelmeerinsel…

Jim Walmsley zieht in die französischen Alpen

Er hatte es schon angekündigt und ist jetzt angekommen: Jim Walmsley wohnt mittlerweile in Arêches-Beaufort in den französischen Alpen. Er möchte sich anders auf den UTMB 2022 und 2023 vorbereiten, sein Training umgestalten, mehr alpine Erfahrung sammeln, auch im Winter, von den europäischen Trailprofis lernen und sich insgesamt als Mensch weiterentwickeln, so sagt er einer französischen Zeitung. Im Juli wird er als UTMB-Vorbereitung an der Ultra Tour du Beaufortain teilnehmen. Sehenswert ist dieses Video über das Vorhaben und seine Motivation.

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