Trailnews Mai 2022

von | 3. Juni 2022 | Trailnews

Im Mai war schon wieder ganz schön was los. Von einem wirklich ganz langen Lauf in der USA über mittlerweile fest etablierte Läufe in Europa zu dem Trailmarathon mit den wohl euphorischsten Zuschauer*innen.

Wettkämpfe

Europa

Innsbruck Alpine Trailrun Festival, 7./8.5. (Österreich)

Das Trailrunning-Event in Innsbruck stellt den Auftakt zur Trailsaison im Alpenraum dar. Diese größte Trailveranstaltung in Österreich mit in diesem Jahr 3.500 Teilnehmer*innen bietet acht verschiedene Distanzen und damit für jeden etwas an, von 7 km bis 110 km, wobei die längste Distanz wegen Altschnee auf 98 km reduziert werden musste. Durch den Hauptsponsor Adidas Terrex waren auch internationale Topläufer*innen aus dem Terrex-Team dabei, u.a. Luis Alberto Hernandez aus Spanien, Abby Hall aus den USA und Petter Engdahl aus Schweden. Hier die Top 3 des „Masters of Innsbruck“ (98 km mit 4.400 Höhenmetern):

Frauen:
1. Ida-Sophie Hegemann (12:40:45 h)
2. Lisa Mehl (13:22:42 h)
3. Susanne Edelmann (14:12:23 h)

Männer:
1. Alexander Westenberger (10:08:00 h)
2. Christian Stern (10:20:50 h)
3. André Purschke (10:40:55 h)

Zu den Ergebnislisten, auch der anderen Distanzen, kommt ihr hier.

Mehr Infos zum Event: https://innsbruckalpine.at/

Skyrace des Matheysins 7./8.5. (Frankreich)

Die Skyrunner World Series 2022 umfasst 13 Läufe, das Finale The Skymasters im spanischen Baskenland inklusive. Das SkyRace des Matheysins in Saint Honoré, Departement Isère, bildete mit 25 km und 2.000 Höhenmetern den Auftakt zur Serie. Wer einen Eindruck von der technisch anspruchsvollen Strecke bekommen will, sollte sich die zweiminütige Zusammenfassung auf Youtube anschauen. Starke Bilder! Neben dem SkyRace gab es noch drei weitere Strecken im Angebot: den SkyTrail mit 18,5 km und 1.200 Höhenmetern, die SkyTour mit 42 km und 3.200 Höhenmetern und die nicht technische Ronde des Marmottes mit 12 km und 280 Höhenmetern.

Männer:
1. Sylvain Cachard (02:15:40 h)
2. Johann Baujard (02:26:16 h)
3. Loic Robert (02:26:26 h)

Vierter wurde der Sieger der Skyrunner World Series 2021, Christian Mathys, der aufgrund eines Sturzes nicht mehr ganz vorne mithalten konnte.

Frauen:
1. Julie Roux (02:56:39 h)
2. Iris Pessey (03:02:07 h)
3. Lindsay Webster (03:03:35 h)

Stephanie Kröll aus Österreich kam mit einer Zeit von 03:11:54 h auf Platz 11.

Die Top 10 der Frauen und Männer haben sich für das Finale im Baskenland im Oktober beim Rennen Gorbeia Suzien qualifiziert.

Alle Infos zum Lauf: https://www.skyrace-des-matheysins.com

Chiemgau Trail Run, 7. Mai (Deutschland)

Im Chiemgau erfolgte mit der Marathon-Distanz (2.560 Höhenmetern) der Auftakt zur nationalen Golden Trail Series für Deutschland, Österreich und Schweiz. Das alleine ist ja schon aufregend, aber darüber hinaus gab es sogar noch drei weitere Distanzen (10 km (519 Höhenmeter), 21 km (1.256 Höhenmeter) und 60 km (3.633 Höhenmeter)), wobei auf der Halbmarathon- und Ultrastrecke die erste deutsche Meisterschaft im Skyrunning ausgetragen wurde (Strecken M und XL). Die neu gegründete German Skyrunning Federation bestätigte die Rennstrecken als Deutsche Meisterschaft 2022. Da war also ganz schön was los im Chiemgau. Aufgrund der Wetter- und Streckenbedingungen wurde die Ultradistanz letztlich verkürzt auf 53 km, die Kampenwand wurde aus der Routenführung herausgenommen. Die Videozusammenfassung beweist, dass es wirklich extrem matschig war in diesem Jahr, die Stimmung hat das aber nicht getrübt.

Hier die Top Drei des Marathons:

Frauen:
1. Anna Hahner, 04:37:22 h
2. Lisa Wimmer, 04:57:22 h
3. Dominika Stelmach, 05:00:09 h

Männer:
1. Thomas Hudec, 04:01:52 h
2. Ramon Manetsch, 04:03:31 h
3. Pierre-Emmanuel Alexandre, 04:04:39 h

Deutsche Meister im Skyrunning dürfen sich nennen:
auf der M-Distanz Rebecca Robisch (02:09:52 h) und Maximilian Zeus (01:45:34 h)
auf der XL-Distanz Marie-Luise Mühlhuber (06:14:39 h) und Benjamin Bublak (05:24:01 h).

Alle Ergebnisse gibt es hier, mehr Infos zum Event hier.

Trail Menorca Camí de Cavalls, 20.-21.5. (Spanien)

Auf dem Camí de Cavalls, der einmal die Küste Menorcas umrundet, wurde dieses Jahr das schon 10-jährige Bestehen der Veranstaltung gefeiert. Insgesamt gab es sechs verschiedene Strecken, von 27 km bis 185 km, durch den Norden oder Süden der Insel bzw. eine komplette Inselumrundung. Die 3.500 Höhenmetern auf der 185 km-Distanz sind zwar nicht viel, doch das Terrain ist nicht zu unterschätzen. Die Profidichte ist hier natürlich nicht ganz so hoch, gehört der Lauf doch zu keiner Rennserie, aber bekannte Namen finden sich trotzdem jedes Jahr auf der Startliste. Wen es immer wieder nach Menorca lockt, ist der Franzose Antoine Guillon. Dieses Mal war er bereits zum 6. Mal dabei. Um zum 6. Mal zu gewinnen:

185 km, Männer:
1. Antoine Guillon (19:53:01)
2. Kamil Lesniak (22:05:00)
3. Juan Maria Jimenez Llorens (22:35:40)

185 km, Frauen:
1. Claire Bannwarth (24:49:55)
2. Eva Orives Gomez (26:53:41)
3. Margarita Benitez Becerra (29:53:53)

Tòfol Castanyer, der nun auch für das neue Team NNormal rund um Kilian Jornet läuft, gewinnt übrigens die 100 km (09:06:46 h).

Link zu den Ergebnissen
Mehr Infos über den Lauf: https://trailmenorca.es

Zegama-Aizkorri, 29.5. (Spanien)

Nach zweijähriger Pause fand er endlich wieder statt, der Zegama-Aizkorri, der Auftakt zur Golden Trail Series 2022. Dieser kleine Ort im Baskenland mit 1.500 Einwohner*innen ist der wohl euphorischste Gastgeber der Trailrunningdestinationen und dieses Jahr war die Trailparty besonders groß. Das Elitefeld war so dicht wie noch nie, die Bedingungen waren optimal (Zegama ist für seine matschigen Trails bekannt, dieses Jahr waren die Wege trocken) und die sowieso immer riesige Zuschauermenge war noch einmal größer. Schon vorab wurde vermutet, dass die Streckenrekorde (Stian Angermund (2017): 03:45:08 h; Maite Maiora (2017): 04:34:27 h) dieses Jahr fallen könnten. Kilian würde sich doch bestimmt seinen 10. Sieg holen wollen und mit Rekord? Oder kann einer der anderen für eine Überraschung sorgen? Und bei den Frauen würden sich Maude Mathys und Nienke Brinkman sicherlich gegenseitig pushen. Auch wenn Maude aufgrund einer Verletzung nicht so wie sonst trainieren konnte. Wer stand noch auf der Startliste? Courtney Dauwalter! Sie sah sich selbst aber nicht als Favoritin, sondern wolle einfach so viel Spaß wie möglich haben, meinte sie vorab. Auch Emelie Forsberg und Ida Nilsson standen wieder an der Startlinie eines internationalen Rennens. Interessant war übrigens auch, dass sich eine kenianische Delegation unter das Elitefeld mischte. Der Spanier Octavio Pérez baut mit seinem Projekt Sky Runners Kenia Trailläufer*innen auf. Welche Bedeutung und Strahlkraft Zegama-Aizkorri hat, zeigt sich übrigens auch darin, dass der Wettkampf in baskischen und katalanischen Fernsehsendern live übertragen wurde.

Auf den 42 km mit ihren ca. 2.750 Höhenmetern setzen sich direkt Favorit und Favoritin an die Spitze: Kilian lief vorneweg, Davide Magnini, der sich erst ein paar Tage vorher entschied, das Rennen zu laufen, konnte lange mithalten, musste Kilian dann aber doch davon ziehen lassen. Und Nienke lief einen immer größeren Abstand auf Maude heraus. Die folgenden Plätze waren umkämpft und da wir hier keinen kompletten Rennbericht schreiben, können wir euch nur empfehlen: Schaut euch den Livestream an! Es lohnt sich!

Frauen:
1. Nienke Brinkman (04:16:43 h, neuer Streckenrekord!)
2. Maude Mathys (04:26:03 h, zweitschnellste Zeit der Frauen insg.)
3. Sara Alonso (04:26:40 h, drittschnellste Zeit der Frauen insg.)

Männer:
1. Kilian Jornet (03:36:40 h, neuer Streckenrekord!)
2. Davide Magnini (03:39:31 h, zweitschnellste Zeit insg.)
3. Manuel Merillas (03:45:43 h, nur 35 Sekunden über Angermunds Rekord 2017)

Werft mal einen Blick auf die Ergebnisliste, um euch ein Bild zu machen, wie dicht das Feld tatsächlich war.

Amerika

Cocodona 250, 2.-7.5. (USA)

Zum 2. Mal fand dieser Ultra statt, der selbst für einen Ultralauf Überlänge hat. Organisiert wird er von Jamil Coury und seinem Aravaipa Running-Team, die eine Vielzahl Läufe, vor allem in Arizona und Colorado, verantworten. Zu laufen sind 250 Meilen mit ca. 12.660 Höhenmetern durch Arizona, von Black Canyon City nach Flagstaff. Gewonnen hat bei den Männern Joe McConaughy, der auch unter seinem Trailnamen Stringbean bekannt ist und schon einige Fastest Known Times aufgestellt hat, u.a. auf den bekannten Langstreckenwanderwegen in den USA, dem Pacific Crest Trail und dem Appalachian Trail. Annie Hughes, die Erstplatzierte bei den Frauen, wurde Gesamtdritte. Sie ist erst 24 Jahre alt und hat 2021 das 100 Meilen-Rennen in Leadville gewonnen.

Männer:
1. Joe McConaughy, 59:28:54
2. Michael McKnight, 65:39:16
3. Matt Smith, 73:01:19

Frauen:
1. Annie Hughes, 71:10:22
2. Lauren Jones, 78:34:16
3. Sarah Ostaszewski, 84:21:24

Wenn ihr mehr über den Lauf erfahren wollt, schaut hier.

Kurznachrichten

FKT von John Kelly auf der Strecke der Wainwrights 214

Der US-Amerkianer John Kelly ist vielen wahrscheinlich als Finisher des Barkley Marathons 2017 bekannt. In den darauffolgenden Jahren hat er immer wieder durch Fastest Known Times in Großbritannien auf sich aufmerksam gemacht. Pennine Way, Grand Round… und das Spine Race gewann er auch. Am 2. Mai hat er sich nun nach einem abgebrochenenden Versuch im Juli 2021 wieder auf die Strecke der 214 Wainwrights begeben. Das sind die 214 Gipfel (fells) im englischen Lake District, die Alfred Wainwrights in einer Serie von sieben Büchern beschrieben hat. Über die Länge der Runde finden sich Angaben über 515 km, auf der FKT-Website sind jedoch 352 Meilen angegeben, also 566 km, was auch John Kelly’s Stravadaten mit 578 km nahekommt. Zu überwinden sind um die 36.000 Höhenmeter im Aufstieg. Das entspicht ungefähr 3,5 UTMB’s, am Stück! John Kelly hat dafür 5 Tage, 12 Stunden und 14 Minuten gebraucht und damit den neuen Rekord für die Kategorie supported aufgestellt. Hier findet ihr die Infos auf der FKT-Website.

Neuer Backyard Ultra-Weltrekord beim The Race of the Champions in Rettert

Die Backyard Ultras sind mittlerweile ein beliebtes Format geworden und stehen auch in Deutschland im Veranstaltungskalender. Das Prinzip ist simpel und herausfordernd zugleich: Es sind Runden von 6,706 km zu laufen und zwar je Stunde eine. Sobald eine Stunde vergangen ist, müssen die Läufer*innen wieder zur nächsten Runde starten. Und so weiter und so weiter… wer nach einer Stunde nicht pünktlich am Start ist, scheidet aus. Das Ganze dauert so lange, bis die oder der letzte Läufer*in eine komplette Runde absolviert. Entscheidend für lange Distanzen oder gar Rekorde ist also, dass es mindestens noch zwei Läufer*innen auf der Strecke gibt.
Am 14. Mai fand in Rettert das The Race of the Champions – Backyard Masters als Einladungslauf statt und 24 Teilnehmer*innen gingen an den Start. Merijn Geerts aus Belgien ist unglaubliche 90 Runden gelaufen, was 603,5 km entspricht. Neuer Weltrekord! 90 Runden, das heißt 90 Stunden Laufen! Seine durchschnittliche Rundenzeit betrug 49:05 Minuten, d.h. da bleibt nicht viel Zeit zur Erholung zwischendurch. Der Ire Keith Russell lief 89 Runde und damit 596,8 km, was auch noch über dem bestehenden Weltrekord von 85 Runden liegt.

Hier geht’s zu den Ergebnissen.

Die World Mountain and Trail Running Championships 2023 in Innsbruck und im Stubaital

Das gemeinsame Komitee aus Vertreter*innen der International Association of Ultrarunners (IAU), der International Trail Running Association (ITRA) and der World Mountain Running Association (WMRA) unter dem Management des internationalen Weltleichtathletikverbands (World Athletics, WA) haben den Zuschlag für die Austragung der gemeinsamen World Mountain and Trail Running Championships im Juni 2023 an die Bewerbergemeinschaft Innsbruck-Stubai erteilt. Innsbruck hat sich mit dem Innsbruck Alpine Trailrun Festival auf jeden Fall einen Ruf erarbeitet in den letzten Jahren. Die von Alexander Pittl gegründete Laufwerkstatt organisiert neben dem Innsbruck Alpine auch den Pitz Alpine Glacier Trail und wird die Weltmeisterschaft 2023 organisatorisch und fachlich unterstützen, wie es in der Presseerklärung heißt.

Team NNormal stellt sich vor

Das Team der neuen Marke NNormal, die Kilian Jornet zusammen mit  der Familie der mallorquinischen Schuhfirma Camper gegründet hat, wächst und ist erstmalig als offizielles Team bei einem Rennen angetreten, in Zegama. Die Marke setzt sich zum Ziel, wirklich nachhaltige Outdoorkleidung und -schuhe herzustellen. Zu kaufen soll es die Produkte ab Herbst geben. Zum Team gehören neben Kilian Jornet und Emelie Forsberg die US-Amerikaner Dakota Jones und Max Romey sowie der Spanier Tofòl Castanyer. Wir sind gespannt, wer sich hier noch einreiht.

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