Trailnews November 2022

von | 7. Dezember 2022 | Trailnews

Während bei uns der Winter einzieht, ziehen die Wettkämpfe weiter zu anderen Kontinenten. Aber auch aus Europa gibt es Berichtenswertes.

Wettkämpfe

Asien

World Mountain and Trailrunning Championchips, 04.-06.11.22 (Thailand)

Zum ersten Mal fand eine für Berglaufen und Trailrunning gemeinsame Weltmeisterschaft statt. Zwei Mal wurde sie verschoben, ursprünglich war diese WM in Thailand schon für 2021 geplant. Die Verbände International Trail Runnig Association (ITRA), World Mountain Running Association (WMRA) und International Association of Ultrarunners (IAU) richten nun alle zwei Jahre gemeinsam eine WM aus. Die nächste findet allerdings schon 2023 statt, da die diesjährige ja die von 2021 war. Um welche Titel ging es aber überhaupt? Vier Wettkämpfe standen auf dem Programm, für die es jeweils drei Medaillen für die schnellsten Läufer*innen gab und drei für die besten Teams. Classic Uphill, Classic Up & Down, Short Trail und Long Trail. Hinzu kam dann noch die Junioren-WM im Classic Up & Down. Es sind einige der Topläufer*innen nach Thailand gereist, auch wenn die Nationen nicht mit ihrer vollständigen Bestenliga vertreten waren. Kurz vorher fanden schließlich auch u.a. die Golden Trail World Series Finals statt und Thailand liegt eben von Europa aus gesehen auch nicht um die Ecke. Und für manch eine*n ist die Saison auch irgendwann vorbei. Nächstes Jahr bei der WM in Innsbruck im Juni ist sicherlich mit einer größeren Dichte und insgesamt besseren Sichtbarkeit des Events zu rechnen. Die deutschen Läufer*innen haben übrigens sehr gute Platzierungen erreicht, besonders Rosanna Buchauer mit einem fünften Platz beim Long Trail, aber auch Hanna Gröber mit einem siebten und zehnten Platz im Up&Down und Uphill sowie Benedikt Hoffmann mit Platz 18 beim Long Trail.

Die Medaillen gingen an:

Uphill (8,5 km, +1.065 Höhenmeter)

Männer:
1. Patrick Kipngeno (00:46:51 h)
2. Philemon Kiriago (00:48:24 h)
3. Alejandro Garcia (00:49:03 h)

Frauen:
1. Allie Mclaughlin (00:55:15 h)
2. Andrea Mayr (00:55:41 h)
3. Maude Mathys (00:56:00 h)

Team Männer:
1. Italien
2. Schweiz
3. Spanien

Team Frauen:
1. USA
2. Großbritannien
3. Schweiz

Up&Down (10,7 km, +475 Höhenmeter)

Frauen:
1. Rebecca Cheptegei (00:46:25 h)
2. Annet Chelangat (00:46:52 h)
3. Allie Mclaughlin (00:48:31 h)

Männer:
1. Samuel Kibet (00:40:02 h)
2. Patrick Kipngeno (00:40:12 h)
3. Timothy Toroitich (00:40:26 h)

Team Frauen
1. Schweiz
2. Großbritannien
3. USA

Team Männer
1. Uganda
2. Spanien
3. Italien

Short Trail (38 km, +2.425 Höhenmeter)

Frauen:
1. Denisa Dragomir (03:49:23 h)
2. Barbora Macurová (03:51:22 h)
3. Emilia Brangefält (03:54:52 h)

Männer:
1. Stian Angermund (03:08:29 h)
2. Francesco Puppi (03:11:47 h)
3. Jonathan Albon (03:13:05 h)

Team Männer
1. Italien
2. Frankreich
3. Großbritannien

Team Frauen
1. Spanien
2. USA
3. Großbritannien

Long Trail (78 km, +4.807 Höhenmeter)

Frauen:
1. Blandine L’Hirondel (08:22:14 h)
2. Ida Nilsson (08:34:59 h)
3. Gemma Arenas (08:46:27 h)

Männer:
1. Adam Peterman (07:15:53 h)
2. Nicolas Martin (07:28:44 h)
3. Andreas Reiterer (07:36:50 h)

Team Frauen
1. Frankreich
2. Spanien
3. Italien

Team Männer
1. USA
2. Frankreich
3. Spanien

Alle Ergebnisse gibt es hier.

Everst Trail Race, 10.-15.11.2022 (Nepal)

Ein Etappenlauf in Nepal mit Blick auf Everest, Lhotse und Makalu, das klingt nach faszinierender Strecke und Höhenmetern. Auf sechs Etappen waren 170 km mit ca. 12.700 positiven Höhenmetern zu absolvieren, wobei die Strecke permanent zwischen 2.000 und 4.100 Metern verläuft. Nach zweijähriger Corona-Pause war das bereits die zehnte Ausgabe. Die Teilnehmer*innenzahl war übersichtlich: 13 Frauen und 22 Männer. Besonders stark sind die Spanier*innen vertreten, was wahrscheinlich daran liegt, dass das Event von einer spanischen Firma organisiert wird. Übernachtet wird in Zelten, aber anders als beim Marathon des Sables werden die Teilnehmer*innen mit Essen versorgt und müssen dieses nicht auch noch für den gesamten Lauf dabei haben. Ihre Pflichtausrüstung, darunter einen Schlafsack, aber schon. Gesamtgewinner war dieses Jahr Miguel Heras, der erst im Oktober den Ultra Pirineu gewonnen hat. Dreizehn Minuten lag er am Ende vor den zweitplatzierten Nepalesen Suman Kulung Rai. Bei den Frauen gewann die Nepalesin Phurwa Sherpa trotz Knöchelverletzung.

Männer:
1. Miguel Heras (21:28:12 h)
2. Suman Kulung Rai (21:41:26 h)
3. Jordi Gamito (25:10:50 h)

Frauen:
1. Phurwa Lhamu Sherpa (33:43:44 h)
2. Maria Silvina Perez (34:43:06 h)
3. Ester Sofia Alves (34:56:25 h)

Alle Ergebnisse, auch die der einzelnen Etappen findet ihr hier.
Und alle Infos zum Lauf, auch zur Anmeldung, findet ihr auf der Website.

Afrika

Ultra Trail Cape Town, 25.-27.11.2022 (Südafrika)

Der UTCT hat seine Beliebtheit im Trailkalender gefestigt und dieses Jahr einige Profis nach Kapstadt reisen lassen. Auf der beliebten 100km-Strecke sind Hannes Namberger und Dmitry Mityaev zusammen ins Ziel gerannt, nachdem sie ab km 45 gemeinsam gelaufen waren. Bei den Frauen gewann Camille Bruyas, die einen Monat zuvor erst den ersten Platz beim Grand Trail des Templiers erlaufen hatte und die Mimmi Kotka in der Hälfte des Rennens an der Spitze ablöste. Erstmals gab es auch einen 100 Meiler. Hier gewann der zweimalige Spartathlon-Sieger Fotis Zisimopoulos und Hillary Allen gewann nicht nur die Damenwertung, sondern lief auch auf Platz 4 des Gesamtklassements. Ragna Debats, die zunächst führte, stieg leider aus. Auf den kürzeren Distanzen erreichten die deutschen Teilnehmer*innen tolle Resultate: Kim Schreiber wurde zweite Frau auf der 55 km-Strecke, Kim Strohmann sechste Frau und Marcel Höche lief auf Platz vier. Platz drei hieß es sowohl für Janosch Kowalczyk als auch für Dioni Gorla bei den 36 km. Auf der 23 km-Strecke ging Platz sechs bei den Damen an Lisa Hoffmann. Anton Krupicka lief übrigens auch mal wieder einen Wettkampf: Platz neun für ihn bei den 55 km. Der UTCT ist also ein richtiges Highlight im Trailherbst.

UTCT (166km, +7.516 Höhenmeter)

Frauen:
1. Hillary Allen (24:55:22 h)
2. Kerry-Ann Marshall (25:39:21 h)
3. Naomi Brand (26:28:29 h)

Männer:
1. Fotis Zisimopoulos (20:48:17 h)
2. Aleksei Tolstenko (21:26:07)
3. Elov Ollson (22:30:11 h)

UT100 (98km, +4.972 Höhenmeter)

Männer:
1. Dmitry Mityaev (10:45:35 h)
1. Hannes Namberger (10:45:35 h)
3. Drew Holmen (10:51:20 h)

Frauen:
1. Camille Bruyas (12:15:21 h)
2. Mimmi Kotka (12:35:28 h)
3. Varvara Shikanova (12:38:33 h)

PT55 (55km, +2.706 Höhenmeter)

Frauen:
1. Landie Greyling (06:23:31 h)
2. Kim Schreiber (06:23:36 h)
3. Sumé van Heerden (06:25:26 h)

Männer:
1. Robbie Simpson (05:00:28 h)
2. Jeshurun Small (05:13:25 h)
3. Mads Louring (05:22:19 h)

TM35 (36km, +1.954 Höhenmeter)

Männer:
1. Martin Dematteis (03:31:06 h)
2. Collin Kanyimo (03:36:28 h)
3. Janosch Kowalczyk (03:41:26 h)

Frauen:
1. Jasmin Nunige (04:24:04 h)
2. Rebecca Kohne (04:27:57 h)
3. Dioni Gorla (04:30:19 h)

EX23 (23km, +1.144 Höhenmeter)

Männer:
1. Peter Ncube (01:58:22 h)
2. Jacques du Plessis (02:00:40 h)
3. Lovemore Nyaude (02:02:07 h)

Frauen:
1. Holly Page (02:14:33 h)
2. Lijan van Niekerk (02:23:10 h)
3. Caitlin Snethlage (02:36:11 h)

Zu den vollständigen Ergebnissen kommt ihr hier.
Wenn ihr ein bisschen von der südafrikanischen Sonne sehen wollt, schaut in den Youtube-Kanal des UTCT rein, hier findet hier die Livestreams. Vielleicht auch irgendwann ein BestOf.

Kurznachrichten

KAT100 Teil der UTMB World Series

Die UTMB World Series wächst weiter. Ein für den deutschsprachigen Raum interessanter Zuwachs ist der Kitz Alps Trail. Österreichs längster Ultratrail führt mit 100 Meilen und +10.000 Höhenmetern durch die Kitzbüheler Alpen und ist mit bislang drei Ausgaben zwar noch recht jung. Nächstes Jahr könnt ihr hier also nun nicht nur Meilen, sondern auch Running Stones sammeln. Übrigens nicht nur auf der 100 Meilen-Strecke. Es gibt insgesamt acht verschiedene Distanzen und Strecken, darunter ein Kids Trail und zwei Staffelläufe. Alle Läufe starten und enden in Fieberbrunn. Die Anmeldung ist bereits geöffnet. Alle Infos zu diesem Event, das vom 3.-5. August 2023 stattfindet, gibt es hier: https://kat100.at/.

Chiemgauer100 2023 abgesagt

Nächstes Jahr wird es keinen Chiemgauer100 im bekannten Format geben. Das Orgateam gab bekannt, dass viele Gründe zusammen kommen, vor allem aber der hohe Organisationsaufwand und rückläufige Teilnehmer*innenzahlen eine Rolle spielen. Einen Lauf soll es trotzdem geben, eher in Richtung Backyard Ultra, Details werden noch veröffentlicht. Schaut also an und zu mal auf der Website vorbei, um nähere Infos zu erhalten: https://chiemgauer100.de/.

ITRA lanciert National League

Seitdem UTMB und ITRA getrennte Wege gehen, war es lange still um die International Trail Running Association. Doch nun meldete sich die ITRA zurück mit einer Ankündigung: Sie ruft eine National League ins Leben. Beworben wird diese mit den folgenden Eigenschaften: zugänglich für jede*n, lokale Rennen fördernd, einfache Regeln, Läufer*innen animierend ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Hören wir da eine deutliche Distanzierung von der UTMB World Series heraus? Im Vergleich dazu ist das Funktionieren der National League tatsächlich erst einmal recht schnell verständlich: Alle Läufer*innen, die im Jahr 2023 in demselben Land bei mindestens drei Läufen teilnehmen, die bei der ITRA mit dem National League-Logo gelistet sind, werden in das Ranking aufgenommen. Bislang sind für Deutschland vier Events gelistet: der Ultratrail Fränkische Schweiz, der Chiemgau Trail Run, der Vulkantrail und der Zugspitz Ultratrail. Für Österreich sind immerhin schon neun Läufe aufgeführt, für die Schweiz zehn. Alle Infos zur National League findet ihr hier. Ein paar Tage später haben ITRA und Dynafit übrigens verkündet, dass sie nun eine Partnerschaft eingehen. Interessante Entwicklungen hier also, die es lohnt, zu verfolgen.

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