Trailnews Oktober 2022

von | 8. November 2022 | Trailnews

Es ist die Zeit der Finale der großen Laufserien, aber auch die der weiterhin unabhängigen, traditionsreichen Veranstaltungen. Statt in den Alpen wird nun viel auf den Inseln gelaufen.

Wettkämpfe

Europa

Ultra Pirineu, 30.09.-02.10.2022 (Spanien)

Im katalanischen Bagà sorgten eine Läuferin und ein Läufer der Altersklasse 40-49 für Jubel und emotionale Finishs: Es war das Comeback von Núria Picas und ein starker Lauf von Miguel Heras, beide aus Spanien, die bewiesen, dass auch in der Ü40-Kategorie Bestleistungen möglich sind. Denn das Feld der 100 km (+6.600 Höhenmeter) war sehr gut besetzt und ihre Siege alles andere als geschenkt. Miguel Heras lief mit Dmitri Mityaev noch durch den letzten Kontrollpunkt und konnte dann erst einen Vorsprung erarbeiten. Pau Capell war dann wiederum Mityaev dicht auf den Fersen. Bei den Frauen führte Claudia Tremps, bis Núria Picas dann bei km 48 die Führung übernahm und nicht mehr hergab. Claudia Tremps lies jedoch nicht locker und so sorgte dieser Zweikampf dafür, dass beide mit den beiden schnellsten je gelaufenen Zeiten ins Ziel liefen, Picas hält nun folglich den Streckenrekord der Frauen. Die Frauen waren auch auf der Marathondistanz (+2.800 Höhenmeter) stark vertreten, u.a. mit Ida Nilsson, Emelie Forsberg, Ekatarina Mityaeva und Gemma Arenas.

Ultra Pirineu

Frauen
1. Núria Picas (12:12:40 h)
2. Claudia Tremps (12:23:05 h)
3. Varvara Shikanova (13:00:50 h)

Männer
1. Miguel Heras (10:38:53 h)
2. Dmitri Mityaev (10:42:30 h)
3. Pau Capell (10:43:49 h)

Marató Pirineu

Frauen
1. Esther Chesang (04:16:22 h)
2. Núria Gil (04:19:43 h)
3. Emelie Forsberg (04:21:13 h)

Männer
1. Robert Pkemoi (03:37:01 h)
2. Daniel Castillo (03:47:15 h)
3. Victor Del Aguila (03:48:09 h)

Hier findet ihr alle Ergebnisse.

RennsteigTrail, 01.10.2022 (Deutschland)

Das Finale der Golden Trail National Series DACH wurde in Thüringen im Rahmen des Rennsteig Herbstlaufs ausgerichtet. 33,6 km mit +1.217 Höhenmeter waren zu absolvieren und die drei Bestplazierten in der Gesamtwertung der Serie DACH qualifizierten sich für das Golden Trail Series Finale auf Madeira. Viel Regen, Kälte, Matsch und damit harte Bedingungen prägten dieses Herbstlauf-Wochenende und machen diese Leistungen noch beeindruckender als sie eh schon sind:

Männer
1. Thomas Roach (02:15:30 h)
2. Dorian Marchal (02:27:01 h)
3. Manuel Innerhofer (02:28:53 h)

Frauen
1. Daniela Oemus (02:51:57 h)
2. Lena Laukner (02:5359 h)
3. Charlotte Moermann (02:57:04 h)

Diese Platzierungen sind übrigens identisch mit der Gesamtwertung der DACH-Serie.

Alle Ergebnisse gibt es hier.

Gorbeia Suzien SkyMasters, 08.10.2022 (Spanien)

Das Finale der Skyrunner World Series 2022 fand im Baskenland statt. Zugegeben, neben der Golden Trail World Series steht diese Wettkampfserie nicht ganz so im Vordergrund und auch wenn viele der Top-Läufer*innen der kürzeren Distanzen mittlerweile eher bei der GTWS zu finden sind, haben sich manche doch auf die Skyrunner World Series spezialisiert. Nach zwölf Läufen der Serie gab es hier beim 13. Lauf zum einen den SkyMaster-Titel zu gewinnen, zum anderen wurden der und die Gewinner*in der gesamten Serie ausgemacht. Das Rennen wurde im Rahmen des Gorbeia Suzien veranstaltet, das ein SkyRace und einen Vertical Kilometer umfasst. Die 33 km und 2.500 Höhenmeter des SkyMaster-Rennens liefen am schnellsten:

Männer
1. Nicolas Molina (03:08:26 h)
2. Loïc Robert (03:11:39 h)
3. Bernard Cheruiyot (03:14:56 h)

Frauen
1. Noémie Vachon (03:49:37 h)
2. Onditz Iturbe (03:49:53 h)
3. Lindsay Webster (03:51:26 h)

Die Besten der Skyrunner World Series 2022 waren:

Frauen
1. Lindsay Webster
2. Oihana Azkorbebeitia
3. Maite Maiora

Männer
1. Nicolas Molina
2. Damien Humbert
3. Ander Iñarra

Hier findet ihr die Ergebnisliste des SkyMasters und das Gesamtklassement.

Grand Raid Réunion – Diagonale des Fous, 20.-23.10.2022 (La Réunion, Frankreich)

30 Jahre Diagonale der Verrückten. Dieser Lauf auf La Réunion im indischen Ozean hat seinen ganz eigenen Charme, die gesamte Insel scheint hier in irgendeiner Form in den Lauf involviert zu sein, die Strecke ist mit knapp über 100 Meilen, etwas über +10.000 Höhenmeter, anspruchsvollem Gelände und herausforderndem Klima hart, die Nutzung von Stöcken ist verboten und wir haben den Lauf in diesem Artikel als den längsten 100 Meilen-Lauf charakterisiert. Bekannte Läufer*innen haben hier schon Siege gefeiert und auch in Zeiten der großen Laufserien zieht dieses Rennen noch immer große Namen an. Dieses Jahr gelang hier der sowieso schon in einer komplett anderen Welt laufenden Courtney Dauwalter ein Lauf, der für mich eine der unglaublichsten Leistungen überhaupt ist: Platz vier der Gesamtwertung, 24:37:47 h, 17 Minuten hinter dem Drittplatzierten, noch vor Läufern wie Germain Grangier, Julien Chorier und Antoine Guillon, über vier Stunden vor der zweitplatzierten Frau und zwei Stunden unter dem Streckenrekord von Andrea Huser. Courtney hatte einige Zeit vor dem Lauf geäußert, dass sie das Video von Dylan Bowman über seine Teilnahme bei der Diagonale des Fous im letzten Jahr gesehen hatte und das hätte so hart ausgesehen, dass sie dachte, diesen Lauf müsse sie unbedingt einmal machen. An ihre Grenzen kam sie durchaus, wie sie im Freetrail-Podcast berichtet. Im Cirque de Mafate sei es ihr so schlecht gegangen, dass sie ihre Crew fragte, ob es dort Häuser zum Verkauf gäbe. Sie könne nicht mehr weiter und würde sofort dort einziehen. Entweder gab es keine freien Immobilien oder ihre Crew konnte sie ausreichend motivieren. Unterstützung hatte sie übrigens von François d’Haene, der verletzungsbedingt nicht starten konnte und dafür beim Support von Courtney half.

Frauen
1. Courtney Dauwalter (24:37:47 h)
2. Anne-Lise Rousset (28:58:52 h)
3. Anna Carlsson (30:59:18 h)

Männer
1. Beñat Marmissolle (23:14:47 h)
2. Jean-Philippe Tschumi (23:20:06 h)
3. Ben Dhiman (24:20:52 h)

Neben der Diagonale des Fous gibt es noch drei weitere Läufe, alles Ultradistanzen. Infos dazu findet ihr auf der Website.
Und die kompletten Ergebnisse gibt es hier.

Grand Trail des Templiers, 23.10.2022 (Frankreich)

Ein weiteres Rennen mit Kultcharakter, das im Rahmen eines Trailfestivals im südfranzösischen Millau stattfindet: Zwölf verschiedene Läufe werden innerhalb von drei Tagen angeboten. Auch diese Veranstaltung wird unabhängig von den großen Laufserien durchgeführt. Der bekannteste Lauf des Festivals ist der Grand Trail des Templiers, der 80 km und +3.530 Höhenmeter umfasst und durch die Schluchten und Plateaus rund um Millau führt. Als Favorit*innen standen Ruth Croft (Vorjahressiegerin), Camille Bruyas, Jim Walmsley und Sebastien Spehler (Zweiter im Vorjahr) an der Startlinie. Alle vier dominierten das Rennen. Schaut euch diese zweiminütige Zusammenfassung an, um ein paar Eindrücke vom Lauf und der faszinierenden Landschaft zu erhalten.

Männer
1. Jim Walmsley (06:56:16 h)
2. Sebastien Spehler (07:13:13 h)
3. Matthieu Simon (07:19:21 h)

Frauen
1. Camille Bruyas (08:23:06 h)
2. Ruth Croft (08:33:48 h)
3. Fiona Porte (08:40:44 h)

Hier findet ihr die Ergebnislisten aller Läufe.

Foto: Festival des Templiers – Grand Trail – ©cyrille-quintard-templier-2022-0315

Transvulcania by UTMB, 20.-22.10.2022 (Spanien)

Der Transvulcania (75 km, +4.735 Höhenmeter) gehört zweifellos zu den großen, prestigeträchtigen Trailrennen. Von Fuencaliente nach Los Llanos über den höchsten Punkt von La Palma, Roque de los Muchachos, von Meershöhe also auf 2.426 Meter und wieder runter. Nach zweieinhalb Jahren, in denen der Autragung erst Corona und dann ein Vulkanausbruch dazwischen kam, war es nun endlich wieder soweit. Neu ist jetzt, dass der Transvulcania auch unter dem Label „by UTMB“ stattfindet und zur UTMB World Series gehört. Auch neu war die Terminierung im Oktober, die allerdings 2023 wieder auf den gewohnten Mai zurückkehrt. Tatsächlich war der Transvulcania dieses Jahr nicht so dicht besetzt wie gewohnt, was vielleicht am Termin lag, zu dem zeitgleich oder auch darum herum doch einige andere Großevents stattfanden. Und manch eine*r hat die Saison auch vielleicht einfach schon abgeschlossen. Einige Top-Läufer*innen waren aber natürlich am Start, immerhin gab es hier auch eine Qualifikation für den CCC 2023 zu holen. A propos CCC, der diesjährige Sieger Petter Engdahl war dabei und lief erstmal gemeinsam mit Miguel Heras und Damien Humbert, um dann doch davon zu ziehen. Bei den Frauen schaffte es die Siegerin Abby Hall in die Gesamt Top Ten.

Frauen
1. Abby Hall (08:29:10 h)
2. Yngvild Kaspersen (08:47:03 h)
3. Jessica Tipan (09:28:45 h)

Männer
1. Petter Engdahl (07:10:29 h)
2. Miguel Heras (07:42:32 h)
3. Cristofer Clemente (07:45:32 h)

Alle Ergebnisse findet ihr hier.

Neben der Hauptdistanz gab es übrigens auch einen Marathon (45 km, +2.816 Höhenmeter), Halbmarathon (28 km, +840 Höhenmeter) und eine Vertical Challenge (1,5 km, +250 Höhenmeter). Deren Ergebnisse findet ihr hier.

Und ein einminütiges BestOf gibt es hier.

Golden Trail World Series Finals, 26.-30.10.2022 (Portugal)

Fünf Tage hintereinander Wettkampf auf Madeira mit Bildern wie wir sie von der GTWS kennen. Hier wurde über den Gesamtsieg der World Series entschieden, aber auch Tagessieger*in, Sieger*in des Finales und Gewinner*in von Uphill-, Downhill- und Sprintsegmenten erklärt. Wer die Spielregeln der GTWS nochmal nachlesen will, kann das hier tun. Und eine halbstündige Zusammenfassung des Finales auf Madeira gibt es hier zu sehen.  Das Finale dominiert und am Ende die Gesamtwertung gewonnen haben Rémi Bonnet und Nienke Brinkman. Rémi hat sogar bis auf einen zweiten Platz alle anderen vier Läufe gewonnen, Nienke gewann drei Läufe und wurde zwei Mal Zweite. Zwei weitere tolle Meldungen gibt es außerdem noch für unsere DACH-Region: Manuel Innerhofer und Thomas Roach, die ihre Startplätze als Erster und Zweiter der Golden Trail National Series DACH erhielten, liefen auf Platz 5 und 6 des Finalklassements und qualifizierten sich damit für die GTWS 2023. Und in der Teamwertung der GTNS gewann das Team DACH. Viele Gewinner*innen, viele Klassements, etwas verwirrend? Hier also einfach noch die besten drei Frauen und Männer des Gesamtklassements der GTWS:

Männer
1. Rémi Bonnet
2. Elhousine Elazzaoui
3. Thibaut Baronian

Frauen
1. Nienke Brinkan
2. Sophia Laukli
3. Sara Alonso

Die Ergebnisse des Finales auf Maderia gibt es hier.

Foto: ©GoldenTrailSeries® – Madeira Ocean&Trails 5 day stage race – Jordi Saragossa

Australien

Ultra-Trail Australia by UTMB, 27.-30.10.2022 (Australien)

Den Ultra-Trail Australia kennt man aus der früheren Ultra-Trail World Tour. Hier haben schon Pau Capell, Tim Tollefson und Lucy Batholomew gewonnen, der Lauf zog also neben den schnellen australischen und neuseeländischen Läufer*innenn auch internationale Top-Läufer*innen an. Die Strecke führt durch die Blue Mountains, doch dieses Jahr mussten die Veranstalter umplanen, da große Teile der eigentlichen Route beschädigt und gesperrt sind; die Trails sind so durchnässt und matschig, dass zum Schutz der Natur und zur Sicherheit der Läufer*innen auf alternative, großteils befestigte Wege ausgewichen werden musste. Das gaben die Veranstalter bereits im August bekannt, doch eine Woche vor dem Lauf war die neue Streckenführung noch nicht offiziell kommuniziert, da noch immer in Genehmigungsverfahren. Erst am Dienstag vor dem Event gab es dann alle Infos, so auch die, dass der 100 km-Lauf nunmehr nur noch +2.775 Höhenmeter umfasst statt der früheren knapp +4.500 Höhenmeter. Dieser neue Streckenverlauf sorgte also für diese so schnellen Zeiten:

Frauen
1. Anna Mckenna (09:15:23 h)
2. Erika Lori (09:41:02 h)
3. Naomi Brand (09:41:10 h)

Männer
1. Reece Edward (08:10:11 h)
2. Scotty Hawker (08:18:28 h)
3. Sam McCutcheon (08:28:08 h)

Neben den 100 km gab es auch noch einen 50 km-, 20 km- und 11 km-Lauf.
Alle Ergebnisse findet ihr hier.

Kurznachrichten

Neuer Backyard Ultra-Rekord bei den World Backyard Team Championships

Auch wenn sie offiziell keine Finisher sind, haben die belgischen Ultraläufer Merijn Geerts und Ivo Steyaert einen neuen Rekord aufgestellt. Bei den World Backyard Team Championships wurde in 55 Ländern weltweit ein Backyard Ultra veranstaltet und jedes Land konnte ein Team aus 15 Läufer*innen bestimmen, deren Rundenzahl am Ende addiert wurde: Wer als Team die meisten Runden läuft, gewinnt. Das Format des Backyard Ultra galt auch hier: Pro Stunde ist eine Runde à 6,7 km zu laufen, es gibt nur einen offiziellen Finisher, nämlich wer am Ende die letzte Runde absolviert: „The last man standing.“ Geerts hatte erst dieses Jahr den Rekord mit 90 Stunden, also 90 Runden aufgestellt. Nun sind die beiden Belgier zusammen 101 Runden gelaufen. Das sind 676 km in vier Tagen und fünf Stunden. Sie haben dann gemeinsam entschieden, aufzuhören, weshalb sie beide mit einem DNF klassifiziert sind, was sie sicherlich verschmerzen können. Die Teamwertung haben übrigens die USA (860 Runden) gewonnen vor Belgien (788 Runden) und Australien (744 Runden).

Dopingfall im Trailrunning: Mark Kangogo gesperrt und ohne Sierre-Zinal-Sieg

Leider gab es diesen Monat auch schlechte Nachrichten: Nach einem positiven Dopingtest im Rahmen von Sierre-Zinal im August diesen Jahres wurde der kenianische Läufer Mark Kangogo für vier Jahre gesperrt. Da er das Doping recht schnell zugab, wurde ihm ein Jahr der Strafe erlassen, so dass sich die Sperre auf drei Jahre reduziert. Sein Sieg bei Sierre-Zinal wurde ihm selbstverständlich aberkannt, womit der Spanier Andreu Blanes nun vom zweiten auf den ersten Platz rutscht. Hier könnt ihr die Entscheidung der vom Leichtathletik-Weltverband eingerichteten Athletics Integrity Unit (AIU) nachlesen.

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